Eine Million Euro fuer Erbach

Quelle
Mittwoch, 06 Dezember 2006 Smiling
Die alte Sporthalle wird nun doch saniert – Künftig mehr Veranstaltungen geplant. Der Abriss ist vom Tisch. Die alte Erbacher Sporthalle, deren Dach einzustürzen droht, hat eine Zukunft. Für eine Million Euro wird sie auf Vordermann gebracht. Die kulturellen Veranstaltungen, die seither hier laufen, können nicht im neuen Sportzentrum aufgefangen werden. Puzzled

(23.11.2006) Die Entscheidung ist gefallen: Es gibt eine Zukunft für die alte Sporthalle in Erbach. Die Stadt Homburg will rund eine Million Euro in die Komplettsanierung des Gebäudes investieren. Ein Abriss der Halle, die seit Frühjahr wegen Einsturzgefahr gesperrt ist, ist somit endgültig vom Tisch. Das bestätigte gestern Oberbürgermeister Joachim Rippel auf Anfrage unserer Zeitung.

„Wir müssen die alte Halle aus einem ganz einfachen Grund sanieren: Das neue Sportzentrum ist für den Vereinssport da. Dieser wird ganz klar benachteiligt, wenn wir andauernd Kulturveranstaltungen oder Betriebsversammlungen hierhin verlagern. Die Nachwuchssportler bleiben auf der Strecke“, so Rippel. Wegen der am vergangenen Wochenende stattfindenden Oldie-Nacht und einer Versammlung einer in Homburg ansässigen Firma sei in den vergangenen 14 Tagen im Sportzentrum kein Sportbetrieb möglich gewesen. Rippel gesteht, dass er anfangs sehr skeptisch gewesen sei wegen der hohen Kosten für eine Sanierung. „Aber wir mussten einsehen, dass die vielen Veranstaltungen, die in der alten Halle das Jahr über steigen, nicht verlagert werden können – auch nicht in den Saalbau.“

Rund eine Million Euro will die Stadt ab dem kommenden Jahr in die Komplettsanierung des Gebäudes stecken. Dabei wird, so der OB, aber nicht nur die marode Decke abgesichert. Die Halle erhält einen umfangreichen Lärm- und Energieschutz. Auch die Hygienebedingungen sollen verbessert werden. Zwei Gutachten hatte die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben. Eines davon sah sogar vor, 2,5 Millionen Euro in das Bauwerk zu stecken. Damit wäre aus der alten Halle eine komplett neue geworden. Rippel: „Diese Investitionssumme wäre aber den anderen Stadtteilen nicht zu vermitteln. Eine Million Euro müssen ausreichen, da sind sich alle Fraktionen im Stadtrat einig.“ Eye-wink

Nach der Sanierung soll sich in Erbach einiges andern. Dem Oberbürgermeister schwebt vor, die dann erneuerte Halle professioneller zu vermarkten. Das heißt, mehr städtische Veranstaltungen werden hierher verlagert. Denkbar seien auch wieder Konzertveranstaltungen – wie dies in den achtziger Jahren der Fall war. „Da das Gebäude einen Rundum-Lärmschutz erhalten wird, brauchen die Anwohner dann kein Angst vor Ruhestörungen mehr zu haben“, beruhigt der Verwaltungschef. Woran sich allerdings nichts ändern ließe, seien die Parkmöglichkeiten. Noch eine andere Neuerung wird es geben: Der SSV Erbach wird für seine Alternativ-Veranstaltungen, die wieder in der alten Halle steigen werden (Modellflug-Ausstellung, Oldie-Nacht, Fastnachtsveranstaltungen), Miete zahlen müssen. Das schlug der SSV-Vorsitzende Peter Franzen im Frühjahr im Gespräch mit unserer Zeitung selbst vor, um die alte Halle zu retten. Barf!

Von Merkur-Mitarbeiter Peter Neuheisel

Kommentar:

Investition in die Zukunft Sticking out tongue

Die Entscheidung, die alte Erbacher Sporthalle für viel Geld zu sanieren, wird sicherlich nicht im gesamten Stadtgebiet Freunde finden. Denken doch viele, ein hoch subventioniertes Sportzentrum müsste den Erbachern eigentlich reichen. Dies ist, wenn man alle Gesichtspunkte heranzieht, etwas kurz gedacht. Seit die alte Halle geschlossen ist, müssen viele Veranstaltungen ins neue Sportzentrum verlegt werden – zu Lasten des SSV und dessen vorbildlicher Nachwuchsarbeit. Im größten Stadtteil Homburgs gibt es keine andere Halle – und deshalb keine Alternative zur Sanierung. Das ist sicherlich keine einseitige Bevorteilung eines Vereins, sondern eine gezielte Investition in die Zukunft.

Hintergrund

Rund eine Million Euro soll die Sanierung der alten Erbacher Sporthalle kosten. Laut Oberbürgermeister Joachim Rippel wird sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 14. Dezember mit dem Thema befassen. Die Ausschreibungen könnten dann im Januar laufen, damit die Arbeiten noch im Winter beginnen können.

Von Merkur-Mitarbeiter Peter Neuheisel Cool

(Quelle: SZ)


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